Matcha Koffein: Gehalt, Wirkung und Vergleich zu Kaffee
Matcha enthält ähnlich viel Koffein wie Kaffee, doch in der Kombination mit anderen Inhaltsstoffen wirkt es anders als im Kaffee. Zen-Mönche trinken Matcha als Wachmacher, um während langer Meditationen wach und klar zu bleiben, und die Samurai vertrauten auf seine anregende Wirkung vor dem Kampf. Doch warum ist die Matcha-Wirkung so besonders? Die Antwort liegt im Zusammenspiel von Koffein und der Aminosäure L-Theanin: So macht Matcha wach und sorgt für ruhigen Fokus mit langanhaltender Energie.
Hat Matcha Koffein?
Ja, Matcha ist ein koffeinhaltiges Getränk mit einem relativ hohen Koffeingehalt. Die Koffeinmenge von traditionellem Matcha Tee und Matcha Latte ist in der typischen Dosierung (2 g in 120 ml) mit Espresso vergleichbar. Aber das Koffein in Matcha wirkt sanfter als beim Kaffee. Verantwortlich dafür ist die Aminosäure L-Theanin, der Matcha seinen besonderen Geschmack und seine Wirkung verleiht.
Eine Schale Matcha enthält je nach Qualität und Dosierung zwischen 35 und 105 mg Koffein. Übrigens: Teein ist nur eine andere Bezeichnung für Koffein und chemisch gesehen identisch. Also Teein = Koffein. L-Theanin hingegen ist eine Aminosäure, pharmakologisch etwas völlig anderes, das die Koffeinwirkung moduliert statt verstärkt.
Quelle: Kochman, J., Jakubczyk, K., Antoniewicz, J., Mruk, H., & Janda, K. (2021). Health Benefits and Chemical Composition of Matcha Green Tea: A Review. Molecules, 26(1), 85. doi.org/10.3390/molecules26010085
Das solltest Du beachten: Nicht jeder Matcha wirkt gleich. Erst durch die Beschattung der Teepflanzen vor der Ernte wird L-Theanin in den Blättern angereichert. Einfaches unbeschattetes Grünteepulver enthält deutlich weniger L-Theanin und entfaltet damit weder den typischen Umami-Geschmack noch die sanfte, fokussierte Wirkung von echtem Matcha. Die Koffein- und L-Theanin-Angaben in diesem Artikel beziehen sich auf echten japanischen beschatteten Matcha.
Wie viel Koffein enthält Matcha?
Matcha enthält je nach Sorte und Erntezeitpunkt zwischen 20 und 45 mg Koffein pro Gramm, im Durchschnitt als rund 35 mg/g. Durch die individuelle Dosierung von Matcha schwankt der Koffeingehalt im fertigen Getränk. Zum Vergleich: Die meisten Kaffeebohnen enthalten nur etwa 10–12 mg Koffein pro Gramm Bohnen. Kochman 2021
Koffeingehalt von Matcha auf einen Blick:
- Pro Gramm: rund 35 mg Koffein
- Pro Schale: rund 70 mg, bei einer Dosierung von 2 g Pulver in 120 ml Wasser
- Pro 100 ml: ca. 58 mg bei üblicher Zubereitung
Die Dosierung macht den Unterschied: Mit 3 g Matchapulver steigt der Gehalt auf ca. 105 mg Koffein pro Schale.
Koffeingehalt von Matcha berechnen
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Berechne die ungefähre Koffeinmenge je nach Dosierung und Anzahl Tassen Matcha Tee.
Zum Vergleich: Eine Tasse Kaffee enthält ca. 100 mg Koffein.
Matcha Koffein im Vergleich zu Kaffee und Espresso
Der Koffeingehalt von Matcha, Kaffee und Espresso ist vergleichbar. Der spürbare Unterschied liegt in der Qualität der Wirkung: Kaffee kickt schnell und ebbt rascher ab, Matcha baut ruhige, stabile Aufmerksamkeit auf.
| Getränk | Koffein pro Portion | Typische Portion |
|---|---|---|
| Matcha | 70 mg [1] | 2 g in 120 ml |
| Kaffee | ≈ 100 mg [2] | 250 ml |
| Espresso | 75 mg [3] | 30 ml |

Wie wirkt Matcha-Koffein im Vergleich zu Kaffee?
Viele Matcha-Artikel illustrieren den Unterschied in der Koffeinwirkung mit einem Diagramm wie diesem: Matcha als sanftes, stabiles Plateau, Kaffee als steiler Peak mit anschließendem Einbruch.
Eine Abbildung wie diese erscheint in vielen Artikeln zum Thema Matcha und Koffein. Tatsächlich gibt es aber keine wissenschaftlichen Untersuchungen zu physiologischen Konzentrationsverläufen im Blut, die diese Kurven belegen. Das Chart illustriert eher das subjektive Empfinden der Matcha-Wirkung im Vergleich zu Kaffee.
Eine wichtige Einordnung aus pharmazeutischer Sicht: Diese Kurven zeigen keine gemessenen Blutspiegel oder pharmakokinetischen Daten. Es gibt keine Humanstudie, die exakt diese Kurvenformen für Matcha vs. Kaffee gemessen hat. Was das Diagramm zeigt, ist das subjektive Erleben vieler Matcha-Trinker.
Die Wissenschaft erklärt diesen Effekt über das Zusammenspiel von Koffein und L-Theanin: L-Theanin dämpft die Nervosität, fördert Alpha-Wellen im Gehirn und führt zu einem Zustand ruhiger, fokussierter Wachheit. Das Ergebnis: kein harter Peak, kein abrupter Einbruch, sondern genau das, was viele in der Grafik wiedererkennen.
Wie viel Koffein hat Matcha Latte?
Ein Matcha Latte mit 2 g Matchapulver enthält ca. 70 mg Koffein.
Achtung bei Coffee-Shop Drinks: Vorgezuckerte Matcha-Latte-Fertigmischungen enthalten oft weniger Matcha und damit weniger Koffein. Außerdem ist der Matcha in Fertigmischungen oft nicht beschattet und hat nicht die gleichen positiven Wirkungen wie hochwertiger Matcha.
Macht Matcha wach?
Ja, und zwar ohne die typische Kaffee-Nervosität. Das liegt am Zusammenspiel von Koffein und L-Theanin und Catechinen.
- Koffeinaufnahme: Das Koffein im Matcha wirkt im Zusammenspiel mit Catechinen und L-Theanin anders als isoliertes Koffein im Kaffee.
- Koffeinwirkung: Die Aminosäure L-Theanin moduliert die Koffeinwirkung und fördert Alpha-Wellen im Gehirn. Studien zeigen, dass dieser Effekt bereits 30–40 Minuten nach dem Trinken einsetzt und zu einem Zustand ruhiger, fokussierter Wachheit führt, den Forscher als „Calm Alertness" beschreiben. Das Ergebnis: wache Konzentration, weniger Nervosität, länger anhaltende Energie.
Quelle: Nobre, A. C., Rao, A., & Owen, G. N. (2008). L-theanine, a natural constituent in tea, and its effect on mental state. Asia Pacific Journal of Clinical Nutrition, 17(Suppl 1), 167–168. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18296328
Kurz erklärt: Während Kaffee einen schnellen Peak liefert, wirkt Matcha angenehmer und konstanter.
Wie viel Matcha darf man pro Tag trinken?
Gesunde Erwachsene können bis zu 5 Schalen Matcha oder Matcha Latte täglich (zwischen 2 und 10 g Pulver) trinken, was etwa 350 mg Koffein entspricht. Als unbedenkliche Obergrenze für gesunde Erwachsene gilt 400 mg Koffein pro Tag.
Schwangere oder Stillende sollten nicht mehr als 2-3 Tassen, d.h. maximal 200 mg Koffein pro Tag zu sich nehmen.
Achtung: Matcha am Abend oder späten Nachmittag kann zu Schlafproblemen führen.
Neben Koffein spielt auch der Gehalt an Catechinen (EGCG) eine Rolle. In sehr hohen Dosen aus Grüntee-Extrakten können Catechine die Leber belasten. Bei normalem Matcha-Konsum von 1 bis 5 Schalen oder bis zu 10 Gramm täglich ist das Risiko jedoch nicht belegt.
Wirkt jeder Matcha gleich?
Nein. Der entscheidende Unterschied liegt in der Beschattung: Echter japanischer Matcha wird vor der Ernte mehrere Wochen abgedeckt, was den L-Theanin-Gehalt in den Blättern deutlich erhöht. Einfaches unbeschattetes Grünteepulver oder Culinary Grade Matcha (Kochmatcha) wird nicht beschattet und enthält entsprechend weniger L-Theanin – weder der typische Umami-Geschmack noch die sanfte, fokussierte Wirkung kommen so zustande. Viele Cafés verwenden genau diesen günstigen Kochmatcha für ihre Matcha-Latte-Drinks.
Wer die volle Wirkung von Matcha erleben möchte, sollte auf echten japanischen beschatteten Matcha achten.
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Häufige Fragen
Hat Matcha Koffein?
Wie viel Koffein hat Matcha?
Wie wirkt Matcha?
Warum wirkt Matcha anders als Kaffee?
Quellenangaben
- Bryan J. (2008). Psychological effects of dietary components of tea: caffeine and L-theanine. Nutrition Reviews, 66(2), 82–90. https://doi.org/10.1111/j.1753-4887.2007.00011.x
- Imming P. (2008). Theaninforschung: Tee gegen den Lärm der Welt. Pharmazeutische Zeitung, Ausgabe 17. www.pharmazeutische-zeitung.de
- Einöther SJ, Martens VE. (2013). Acute effects of tea consumption on attention and mood. The American Journal of Clinical Nutrition, 98(6 Suppl), 1700S–1708S. https://doi.org/10.3945/ajcn.113.058248
- Kimura K, Ozeki M, Juneja LR, Ohira H. (2007). L-Theanine reduces psychological and physiological stress responses. Biological Psychology, 74(1), 39–45. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16930802/
- Nobre AC, Rao A, Owen GN. (2008). L-theanine, a natural constituent in tea, and its effect on mental state. Asia Pacific Journal of Clinical Nutrition, 17(Suppl 1), 167–168. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18296328/
- Yokogoshi H, Kobayashi M, Mochizuki M, Terashima T. (1998). Effect of theanine, r-glutamylethylamide, on brain monoamines and striatal dopamine release in conscious rats. Neurochemical Research, 23(5), 667–673. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18681988/