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Matcha Besen (jap. Chasen): Verwendung und Pflege

Jochen Meyer – Apotheker & Mitgründer von VERY MATCHA

Autor: Jochen Meyer, Apotheker & Mitgründer von VERY MATCHA

Traditioneller japanischer Matcha-Bambusbesen (Chasen) im Halter, Detailaufnahme

Der Matcha Besen, auf Japanisch Chasen (茶筅) genannt, ist das Herzstück der traditionellen Matcha-Zubereitung. Wer Matcha feinporig und ohne Klümpchen genießen möchte, kommt um den Chasen nicht herum. In diesem Ratgeber erfährst du alles über Herstellung, richtige Verwendung, Pflege und Bedeutung des Matcha Besens.

Was ist ein Matcha Besen (Chasen 茶筅)?

Der Matcha Besen ist ein traditioneller Bambusbesen, der speziell für die Zubereitung von Matcha entwickelt wurde. Er besteht aus einem einzigen Stück Bambus, das von erfahrenen Handwerkern in feine Borsten gespalten wird. Kein anderes Werkzeug erzeugt diesen charakteristisch samtigen Schaum, der guten Matcha Tee ausmacht.

Chasen gibt es in verschiedenen Ausführungen, die sich in der Anzahl der Borsten und der verwendeten Bambusart unterscheiden. Typisch sind Modelle mit 80 Borsten für Usucha (dünner Matcha), während für Koicha (dicker Tee) Besen mit weniger, stabileren Borsten zum Einsatz kommen. Bei der Bambusart variiert das Spektrum von hellem Hachiku-Bambus bis zu schwarzem Kurotake-Bambus, der optisch besonders edel wirkt.

Detailaufnahme: Matcha-Bambusbesen (Chasen) von oben fotografiert, Borstenkreis mit Knoten in der Mitte
Detailaufnahme: Matcha-Bambusbesen (Chasen) von oben fotografiert, Borstenkreis mit Knoten in der Mitte

Japanische Teezeremonie: Matcha Schale (Chawan) und Matcha Besen (Chasen) bei der Zubereitung

In der traditionellen japanischen Teezeremonie (Chanoyu) dreht sich alles um wenige, sorgfältig ausgewählte Utensilien. Der Bambus-Chasen (auch Matchabesen oder Bambusbesen für Matcha genannt) ist dabei das unverzichtbare Werkzeug für die Zubereitung von Matcha-Tee. Ein handgefertigter Matcha-Besen aus Bambus liegt angenehm in der Hand und reagiert auf kleinste Bewegungen des Handgelenks. Genau das macht ihn zum perfekten Utensil für das Aufschäumen von Matcha, weil sich das Pulver durch die elastischen Borsten gleichmäßig im Wasser verteilen lässt.

Die Matcha Schale (Chawan) hat eine breite, tiefe Form, die dem Besen genug Raum für schnelle W-Bewegungen gibt. Ob Du Usucha (dünner Tee) oder Koicha (dicker Tee) zubereitest: Die richtige Schale beeinflusst, wie gut sich der cremige Schaum entwickelt und wie das Aroma des Tees zur Geltung kommt. Mit dem Bambuslöffel (Chashaku) dosierst Du etwa einen Teelöffel (ca. 2 g) Matcha-Pulver. Besen und Löffel bilden zusammen die Grundausstattung. Dazu gehört ein Halter (Chasentate), auf dem der Chasen seine Form behält und nach dem Gebrauch an der Luft trocknen kann, ohne sich zu verformen. Wer beim Chasen auf Qualität achtet und einen hochwertigen Chasen aus natürlichem Bambus wählt, hat das wichtigste Matcha-Zubehör für viele Monate täglichen Gebrauch.

Bei der traditionellen Zubereitung von Matcha gibst Du das Pulver in die vorgewärmte Schale, übergießt es mit etwa 70 ml heißem Wasser (ca. 80 °C) und schlägst es mit dem Chasen in schnellen Zickzack-Bewegungen schaumig. Die Anzahl der Borsten entscheidet über die Textur: Mehr Borsten erzeugen feineren Schaum, weniger Borsten eine glattere Konsistenz für Koicha. Für die perfekte Zubereitung weichst Du den Besen vorher kurz in warmem Wasser ein. Das macht die Borsten flexibel und verlängert die Lebensdauer Deines Chasen. Nach dem Gebrauch den Besen mit warmem Wasser abspülen (niemals Spülmittel), auf den Besenhalter setzen und an der Luft trocknen lassen. So hältst Du den Besen sauber und erhältst seine Elastizität.

Du kannst Matcha auch ohne Besen zubereiten, etwa mit einem Milchaufschäumer oder einem leeren Marmeladenglas. Das funktioniert besonders gut für Matcha Latte in Kombination mit Milch oder Pflanzenmilch. Aber für die authentische Zubereitung von Matcha Tee mit feiner, cremiger Schaumkrone bleibt ein handgefertigter Matcha-Besen aus Bambus die erste Wahl. Wer echten Bio Matcha aus Japan mit einem guten Chasen aus hellem oder schwarzem Bambus aufschlägt, schmeckt den Unterschied in jeder Schale.

Was bedeutet die Borsten-Anzahl?

Die Zahlen 80, 100 oder 120 bezeichnen die Anzahl der äußeren Borsten eines Chasen. Ein Chasen mit 80 Borsten (Kazuho) ist der vielseitige Allrounder: Er eignet sich für Usucha, Koicha und Matcha Latte gleichermaßen. Modelle mit 100 oder mehr Borsten erzeugen besonders feinporigen, cremigen Schaum und sind ideal für Ceremonial-Grade-Matcha pur. Für Koicha, bei dem der Matcha-Tee eher gerührt als geschlagen wird, reichen Besen mit 60 bis 70 stabileren Borsten aus.

Mehr zu verschiedenen Chasen-Formen findest Du im Ratgeber: Welcher Matcha-Besen für traditionellen Matcha und Matcha Latte?

Welchen Matcha Besen kaufen?

Wenn Du Matcha zum ersten Mal mit einem Bambusbesen zubereitest, ist ein Chasen mit 80 Borsten (Kazuho) die sicherste Wahl. Er ist der Allrounder für Usucha, Koicha und Matcha Latte. Für feinen Ceremonial-Grade-Matcha, den Du pur als Usucha trinken möchtest, lohnt sich ein Besen mit 100 oder mehr Borsten, weil er eine besonders cremige Schaumschicht erzeugt. Für Koicha (dicken Tee) greifst Du besser zu einem Chasen mit rund 60 Borsten, die den Tee gleichmäßig verrühren, ohne ihn aufzuschäumen.

Beim Material hast Du die Wahl zwischen hellem Bambus (Shiro-dake/Hachiku) und dunklem Bambus (Kuro-dake/Susudake). Heller Bambus ist der Klassiker, flexibel und robust im Alltag. Dunkler Bambus wirkt edler, wird traditionell für formellere Teezeremonien verwendet und ist etwas seltener.

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Muss ein Matcha Besen immer aus Bambus sein?

Neben dem klassischen Bambus-Chasen gibt es inzwischen Matcha Besen aus Edelstahl, aus Metall mit Silikonüberzug und komplett aus Kunststoff (oft als Resin-Chasen vermarktet). Die Hersteller werben häufig damit, dass diese Alternativen hygienischer und langlebiger seien als Bambus. Beides klingt erstmal plausibel, verdient aber einen genaueren Blick.

Was für die Alternativen spricht

Edelstahl ist robust, rostet nicht und lässt sich in der Spülmaschine reinigen. Silikon- und Kunststoffbesen nehmen kein Wasser auf und sind damit weniger anfällig für Schimmel, besonders in feuchten Umgebungen oder bei nachlässiger Trocknung. Für Cafés und Gastrobetriebe, in denen ein Besen dutzende Male am Tag im Einsatz ist und schnell gereinigt werden muss, können diese Eigenschaften tatsächlich praktisch sein.

Warum Bambus trotzdem die beste Wahl ist

Ein gut gepflegter Bambusbesen ist nicht unhygienisch. Nach jeder Nutzung mit klarem Wasser abspülen, auf einen Besenhalter (Chasentate) setzen und an einem trockenen, gut belüfteten Ort aufbewahren. Solange der Chasen zwischen den Einsätzen vollständig durchtrocknet, hat Schimmel keine Chance. Der wichtigste Punkt ist aber die Funktion: Ein Bambus-Chasen hat 80 bis 120 feine, elastische Borsten, die sich durch Einweichen in warmem Wasser geschmeidig an die Schalenform anpassen. Kein anderes Material erzeugt diesen charakteristisch feinen, samtigen Schaum mit gleichmäßig kleinen Bläschen. Silikon und Kunststoff sind steifer und gleiten eher kreisförmig durch die Schale, statt die typische W-Bewegung präzise umzusetzen.

Dazu kommen handfeste Nachteile der Alternativen: Metallborsten können die Glasur von Keramik-Matchaschalen (Chawan) zerkratzen. Bei Kunststoffbesen besteht das Risiko, dass durch den wiederholten Kontakt mit heißem Wasser (Matcha wird bei rund 80 °C zubereitet) mit der Zeit Mikroplastik und Weichmacher freigesetzt werden. Studien zeigen, dass die Freisetzung von Mikropartikeln aus Kunststoff bei Hitze und mechanischer Beanspruchung deutlich zunimmt. Gerade bei einem Werkzeug, das direkt in Deinem Tee rührt, ist das ein Argument, das man ernst nehmen sollte.

Bambus ist ein nachwachsender Rohstoff, vollständig biologisch abbaubar und bei richtiger Pflege mehrere Monate bis über ein Jahr haltbar. Wenn Du Deinen Chasen nach jeder Verwendung reinigst und auf dem Besenhalter trocknen lässt, bleibt er sauber, elastisch und formstabil. Ein traditioneller Bambusbesen ist und bleibt das beste Werkzeug für guten Matcha.

Traditionelle Herstellung: ein Stück Natur, meisterhaft perfektioniert

Seit Jahrhunderten wird der Chasen nach denselben Prinzipien hergestellt. Ein Bambus-Stiel wird in feine Streifen (Borsten) geschnitten, die über heißem Dampf weich gemacht werden. Dabei rollen sich die Borsten nach innen ein. Dieses Einrollen schützt die empfindlichen Enden beim Transport und zeigt zugleich: Der Besen ist neu und unbenutzt. Erst beim Kontakt mit Wasser entfaltet er seine typische Blütenform.

Die traditionsreichsten Chasen stammen aus dem japanischen Ort Takayama in der Präfektur Nara. Dort wird seit mehr als 500 Jahren die Kunst des Teebesenhandwerks gepflegt. Familienbetriebe fertigen in Handarbeit Generation für Generation handgefertigte Matcha-Besen, deren Qualität weltweit geschätzt wird. Ein echter Takayama-Chasen gilt als Garant für feine Verarbeitung, Elastizität und Langlebigkeit.

Nahaufnahme des Knotens eines Matcha-Bambusbesens (Chasen) mit kunstvoll gebogenen Borsten auf dunklem Hintergrund
Nahaufnahme des Knotens eines Matcha-Bambusbesens (Chasen) mit kunstvoll gebogenen Borsten auf dunklem Hintergrund

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Vor der ersten Verwendung

Bevor du deinen Matchabesen das erste Mal benutzt, solltest du ihn in warmes Wasser legen. Nach wenigen Minuten öffnen sich die eingerollten Enden, die Borsten strecken sich und der Chasen „blüht" auf. Erst dann ist er bereit, Matcha zu einem feinen, samtigen Schaum aufzuschlagen.

Richtige Verwendung vor jedem Gebrauch

Auch im Alltag solltest du den Chasen vor jedem Matcha für ein bis zwei Minuten in warmem Wasser einweichen. So werden die Borsten flexibel und brechen nicht, wenn du Matcha im Chawan (Teeschale) aufschlägst. Danach kannst du den Matcha in einem lockeren „M"- oder „W"-Muster schaumig schlagen.

Pflege nach dem Gebrauch

Nach der Zubereitung genügt es, den Chasen vorsichtig mit klarem Wasser abzuspülen. Verzichte unbedingt auf Spülmittel oder die Spülmaschine. Stelle ihn anschließend auf einen passenden Besenhalter. Dadurch behält er seine runde Form, trocknet gleichmäßig und bleibt länger haltbar.

Traditionelles Matcha-Set mit Keramikschale, Bambusbesen und Chashaku neben Very Matcha Ceremonial Grade im Schattenlicht
Traditionelles Matcha-Set mit Matcha Schale Hoshiakari (jap. Sternenlicht), Bambusbesen und Chashaku (Besenhalter) neben dem Very Matcha Ceremonial Grade Bio Matcha im Schattenlicht

Tipps für die richtige Pflege

  • Nur mit klarem Wasser reinigen, niemals Spülmittel oder Spülmaschine
  • Den Chasen nicht zu lange im Wasser liegen lassen
  • Nach Gebrauch immer auf den Besenhalter stellen
  • Vor direkter Sonneneinstrahlung schützen

Wie lange hält ein Chasen?

Der Chasen ist ein Naturprodukt. Mit der Zeit nutzen sich die Borsten ab oder brechen vereinzelt. Das ist kein Fehler, sondern ein natürlicher Prozess. Abnutzung ist in der japanischen Ästhetik kein Makel, sondern als Wabi-Sabi ein würdevoller und schöner Teil des Lebens. Je nach Häufigkeit der Verwendung hält ein Chasen mehrere Monate bis zu einem Jahr. Wer regelmäßig Matcha trinkt, sollte den Besen einmal jährlich austauschen, um die beste Schaumbildung zu gewährleisten.

Häufige Fragen zum Chasen

Kann man Matcha ohne Chasen zubereiten?

Ja. Je nach Zubereitungsart, als traditionellen Matcha oder Matcha Latte, liefern die Methoden unterschiedlich gute Ergebnisse. Einige Methoden von einem leeren Marmeladeglas bis zum elektrischen Milchaufschäumer erklären wir im Beitrag Matcha Tee Zubereitung ohne Besen.

Wozu braucht man einen Besenhalter?

Viele unterschätzen die Bedeutung eines passenden Besenhalters. Der sogenannte „Chasentate" sorgt dafür, dass der Bambusbesen nach der Reinigung gleichmäßig trocknet und seine runde Form behält. Ohne Halter spreizen sich die Borsten zu stark, der Besen verliert schneller an Elastizität. Wer lange Freude an seinem Chasen haben möchte, sollte daher unbedingt einen Halter verwenden.

Was kostet ein guter Chasen?

Einen hochwertigen, handgefertigten Chasen bekommst du ab etwa 20 bis 30 Euro. Besonders feine Ausführungen aus Takayama können auch deutlich teurer sein. Wichtig ist weniger der Preis als die Herkunft und Verarbeitung: maschinell gefertigte Chasen sind gröber gearbeitet.

Woran erkennt man einen hochwertigen Chasen?

Qualität erkennst du an der gleichmäßigen Spaltung der Borsten, dem Material (heller oder dunkler Bambus) und der Verarbeitung am Griff. Handgefertigte japanische Chasen haben meist zwischen 70 und 120 Borsten und liegen leicht und elastisch in der Hand.

Fazit: Ein Werkzeug mit Seele

Der Chasen ist weit mehr als ein Küchenutensil. Er ist ein Symbol für japanische Teekultur, ein Stück Natur und ein Meisterwerk der Handwerkskunst. Mit der richtigen Pflege begleitet er dich viele Monate und schenkt dir unzählige Schalen fein-schaumigen Matcha. Wer Matcha wirklich erleben möchte, sollte auf dieses traditionsreiche Werkzeug nicht verzichten.